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GRÜNES LICHT FÜR DEN LANG-LKW

Seit Januar 2017 sind überlange Lastwagen auf deutschen Straßen generell zugelassen. Krone hat das innovative Konzept für einen effizienten und ökologischen Straßengüterverkehr in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt.

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ir waren von Anfang an von der Idee des Lang-Lkws überzeugt“, sagt Gero Schulze Isfort, geschäftsführender Direktor der Krone Nutzfahrzeug Gruppe. Zwei Lang-Lkw-Fahrten ersetzen drei Fahrten mit herkömmlichen Lkws. Effizienzgewinn und Kraftstoffersparnis liegen zwischen 15 und 20 Prozent. Für die Infrastruktur ist kein erhöhter Erhaltungsaufwand nötig. Verlagerungseffekte von der Schiene auf die Straße sind nicht zu erkennen. „Das alles sind nicht nur unsere Argumente, sondern auch die Ergebnisse des Abschlussberichts der Bundesanstalt für Straßenwesen zum Feldversuch mit dem Lang-Lkw“, freut sich Schulze Isfort. „Dass Bundesverkehrsminister Dobrindt auf dieser Basis Anfang des Jahres die Zulassung für den Lang-Lkw erteilt hat, kam für uns daher nicht wirklich überraschend.“

Im Januar 2012 startete in Deutschland der Feldversuch, an dem sich zunächst 21 Unternehmen beteiligten. Er wurde von Beginn an wissenschaftlich von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) begleitet. Die rechtliche Grundlage des Versuchs bildete eine Ausnahmeverordnung, die bis zum 31. Dezember 2016 befristet war. Zuletzt waren 13 Bundesländer und 60 Unternehmen mit insgesamt 161 Lang-Lkws am Start.
  
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Den Lang-Lkw bietet Krone in verschiedenen Varianten an. Hier wird ein Zentralachsanhänger an den klassischen Sattelauflieger gekuppelt. Der Heckunterfahrschutz lässt sich dazu hochklappen. / Fotos: Krone


MEHR PLATZ

Auch wenn die Allianz pro Schiene und die Deutsche Umwelthilfe Klage gegen die Zulassung eingereicht haben: „Wenn wir die Straßen durch weniger Verkehrsaufkommen wirklich entlasten wollen, führt am überlangen Lkw kein Weg vorbei“, ist Schulze Isfort überzeugt. Mit einer Länge von 25,25 Metern und einem Ladevolumen von bis zu 150 Kubikmetern bietet der Lang-Lkw rund 50 Prozent mehr Platz an Bord. In der Praxis heißt das: Es passen statt 34 Europaletten 53 hinein – und das ohne jede Einbuße an Sicherheit. Der Motorwagen verfügt über einen Spurhalte- und Bremsassistenten; die Anhänger sind mit einem elektronischen Bremssystem und einem integrierten Stabilitätsprogramm ausgerüstet. „Außerdem statten wir unsere Fahrzeuge mit einer individuellen Achslastanzeige und einer Rückfahrkamera aus. Mehr Sicherheit geht nicht“, erklärt Schulze Isfort.

Hohe Anforderungen gelten nicht nur für die Technik, sondern auch für die Fahrer – nicht jeder darf sich hinter das Steuer eines Lang-Lkws setzen und einfach losfahren. Bedingungen sind beispielsweise eine mindestens seit fünf Jahren ohne Unterbrechung bestehende Fahrerlaubnis der Klasse CE und eine ebenso lange Berufserfahrung im gewerblichen Straßengüter- oder Werksverkehr. Außerdem muss ein Nachweis über eine mindestens zweistündige Einweisung in das eingesetzte überlange Fahrzeug mitgeführt werden. „Wir bieten unseren Kunden und ihren Fahrern übrigens auch in Werlte eine entsprechende Schulung noch vor der Auslieferung an“, berichtet Schulze Isfort. „Und auf Wunsch kommen wir ihnen dabei sogar mit unserem mobilen Fahrsimulator im wahrsten Sinne des Wortes entgegen“ (siehe trailerforum 2/2016).

 

KRONE Mega Liner

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 KRONE Mega Liner - General (EN)

Gleich zwei Varianten des Lang-Lkws hat Krone im Angebot, um unterschiedlichen Kundenanforderungen gerecht zu werden: In der klassischen Bauweise hängt Krone einen Sattelauflieger über einen aktiv gelenkten Dolly an den Motorwagen an, was das Gespann außerordentlich gelenkig macht. Damit meistert der Lang-Lkw problemlos den in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen BO-Kraftkreis, denn die aktive Lenkung sorgt dafür, dass der gesamte Zug die Kreisringfläche von 7,20 Metern sauber befährt, ohne bei einer kompletten Kreisfahrt „auszubrechen“. Die zweite Zugkombination sieht einen klassischen Sattelanhänger vor, an den ein Zentralachsanhänger gekuppelt wird. In beiden Versionen bleibt das Gesamtlängenmaß unter den vorgeschriebenen 25,25 Metern.

11.600 KILOMETER

Gänzlich freie Fahrt haben die überlangen Lkws in Deutschland übrigens nicht: Bewegen dürfen sie sich nur auf dem sogenannten Positivnetz mit einer Streckenlänge von rund 11.600 Kilometern; 70 Prozent davon sind Autobahnen. Enge Kreisverkehre, zum Beispiel vor Ortseinfahrten, sind weitgehend tabu. Idealerweise sind die Lang-Lkws für regelmäßige Transporte, beispielsweise zwischen Produktionsstätten und Zentrallagern mit guter Autobahnanbindung, unterwegs.

Das zulässige Gesamtgewicht des Lang-Lkws liegt, wie bei normalen Lkws auch, bei maximal 44 Tonnen. Daher konnte die BASt auch schnell Entwarnung geben, was die von Kritikern befürchtete starke Belastung von Brücken und Straßen angeht. Die Rechnung ist dabei so simpel wie einleuchtend: Wegen des identischen maximalen Gesamtgewichts beider Lkw-Längen werden Brücken gleich stark und Straßen wegen der Verteilung des Gewichts auf mehrere Achsen sogar weniger belastet.

Die lange Bauweise ist vor allem für Spediteure mit großvolumigen und sperrigen Gütern interessant, weiß Schulze Isfort: „Küchenpapier, Baumarktbedarf, Dämmmaterial, Möbel oder auch Haushaltsgeräte sind perfekte Ladungsgüter für den Lang-Lkw.“

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